GEW-Info Nr. 6

        GEW-Info                                                     Nr. 6                                 12. Juni 2011

Liebe Kollegin,
lieber Kollege,

kurz vor den Ferien melden wir uns noch einmal mit einigen Informationen.
Wir hoffen, dass die Zeugnisse und Konferenzen sich allmählich der Erinnerung entziehen und das Leben wieder schön ist.
Für die kommende unterrichtsfreie Zeit wünschen wir euch gutes Gelingen für einen professionellen Umgang vor allem mit Entspannung und Erholung. 

Unsere Themen:

1. Mai 2011

Das ist das Mindeste! Faire Löhne, Gute Arbeit, Soziale Sicherheit !!!

Der GEW-Stand war wieder ein gut besuchter Treffpunkt für Bildungsinteressierte. Unser Thema war: Wie kann das Bildungsbüro Kolleginnen und Kollegen konkret entlasten? Zu diesem Zeitpunkt gab es dazu nur wenige Antworten. Inzwischen verbinden mehr Menschen in Hagen konkrete Vorstellungen mit der neuen Einrichtung (siehe unten).

                              
 "Politik trifft Wirklichkeit"

Gespräch mit der Staatssekretärin Zülfiye Kaykin aus dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) NRW                                

Unter dem Titel „Politik trifft Wirklichkeit“ organisiert der DGB in lockerer Folge Veranstaltungen, in denen die Politik Auge in Auge mit den Betroffenen vor Ort Rede und Antwort stehen muss. Im März sprach Frau Kaykin im Friedenshaus Altenhagen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtteil über Integration und soziale Verantwortung.
Eine zentrale Aussage war, dass inzwischen eine Verschiebung stattgefunden hat von der Migrations- zur Sozialproblematik. Deutsche und nicht deutschstämmige Familien seien in vergleichbarer Weise von den Hemmnissen betroffen, die sie daran hindern, gleichberechtigt am kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Herkunft und Religion seien nicht verantwortlich für Nichtintegration, sondern das Scheitern gegenseitiger Bemühungen.

Entwurf einer "Verordnung zur Änderung der Verordnung über den Bildungsgang in der Grundschule - Ausbildungsordnung Grundschule - AOGS"                                                     

Die Fachgruppe Grundschule des GEW Ortsverbandes Hagen hatte Gelegenheit, dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Sören Link, einige Vorschläge und Forderungen zur Änderung der AO-GS vorzutragen.
 (siehe auch Info 4):
1. Keine Zensuren im Zeugnis am Ende der Klasse 2
Aus unserer Sicht waren diese von der CDU/FDP-Regierung vorgeschriebenen Zensuren ein schwerwiegender Eingriff in eine kindgerechte Grundschulpädagogik.
2. Das Halbjahreszeugnis in Klasse 3 soll entfallen.
Das am Ende des dritten Schuljahr vorgeschriebene Zeugnis mit Noten und verbaler Beurteilung reicht aus. 
Der Änderungsvorschlag zur AO-GS des Ministeriums liegt inzwischen vor. Danach kann die Schulkonferenz entscheiden, ob die Noten in den Versetzungszeugnissen in die Klassen drei und vier entfallen. Nach wie vor sind sie regulär vorgesehen. Damit will das Ministerium die Entscheidungskompetenz der Schulkonferenz stärken. Die Erfahrungen zeigen allerdings, dass die pädagogischen Argumente gegen die frühe Benotung und die damit schon früh einsetzende Selektion in schulischen Diskussionen weniger Gehör finden. Die gestärkte Kompetenz könnte auch darin bestehen, die Noten per Beschluss einzuführen, statt sie durch ein Sondervotum abzuschaffen.
Wir hätten uns gewünscht, dass der Entwurf wenigstens auf die Noten am Ende der Klasse zwei im Regelfall verzichtet hätte.
Nach wie vor gibt es zwei Zeugnisse in der dritten Klasse. Die erhoffte Arbeitsentlastung für Lehrerinnen und Lehrer ist im Entwurf nicht vorgesehen.

Das "Bildungsbüro" als Geschäftsstelle des regionalen Bildungsnetzwerkes Hagen hat seine Arbeit aufgenommen

In Hagen wurde am 28. April 2011 der „Kooperationsvertrag zur Entwicklung eines Bildungsnetzwerkes in der Bildungsregion Hagen“ zwischen dem Land NRW und der Stadt Hagen unterzeichnet. Im Vertrag sind Ziele, Prinzipien und Handlungsfelder festgelegt, die in konkreten Anliegen und Aktionen realisiert werden sollen. Von der Arbeit des Bildungsbüros erhoffte Bildungsministerin Löhrmann bei der Vertragsunterzeichnung auch einen Entlastungseffekt für Schulen.
In einem Gespräch in der GEW-Geschäftsstelle konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie dies konkret aussehen könnte. Frau Birgit Unger vom Bildungsbüro stellte die ersten Schritte ihrer Arbeit vor. Zentrales Projekt ist nach derzeitigem Stand eine Internetplattform, auf der Schulen, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern Möglichkeiten der Unterstützung, der Förderung und der individuellen Fallbetreuung erfahren können.

 

Zum Schluss!
Lehrerglück ist das, was Lehrerinnen und Lehrer
empfinden, wenn die Schule aus ist.